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2008 - S'Almröserl

Almröserl, gsungen, gspielt und getanzt

Das Stubenspiel vom Wildschütz Jennewein
von Ekkehard Schönwiese
(Stückgut Bühnen- und Musikverlag GmbH)




s’ ALMRÖSERL
2 Damen, 3 Herren, Schuhplattler, 3 Musikanten

Stubenspiele mit Tanz und Gesang sollen als Alternative zu "Tiroler Abenden" angesehen werden.

Die beiden Freunde GIRGL und der Förstersohn FRANZL sind im Leben verschiedene Wege gegangen, FRANZ ist Jäger geworden und aus dem GIRGL der Wildschütz JENNNEWEIN (Anm.: Jennewein). Aber FRANZ verfolgt seinen ehemaligen Freund nicht mit der erforderlichen Härte, so dass der intrigante Gemeindediener FEDERL dies geschickt nutzt, um ihn bei dem RÖSERL, der Geliebten des Jägers anzuschwärzen, da er selbst Absichten bei der schönen jungen Sennerin hat. Währenddessen hat LIESERL, die Braut JENNEWEINs ihrem Geliebten ein Ultimatum gestellt: entweder er lässt die Wilderei oder es ist. aus. Obwohl dieser dem FEDERL das Leben rettet und gerade als er sich entschlossen hat, nun wirklich mit der Wilderei aufzuhören, kommt es zu einem Drama. 

 Was ist ein “Stubenspiel”?

Volkskundlern ist der Begriff geläufig. Die Stuben in Bauernhäusern waren früher so groß, dass sie als Theaterspielstätten verwendet wurden; und sie waren so klein, dass in ihnen keine Bühne Platz hatte. Gespielt wurde mitten unter den Zuschauern, ohne Dekoration und mit angedeuteten Kostümen. Das Stubenspiel ist eine Form des “armen Theaters”. Es zeichnet sich dadurch aus, dass die Spieler ihre Zuschauer unmittelbar vor sich haben und sie oft direkt ansprechen. Es ist eine ursprüngliche Form des so oft missverstandenen “Mitspieltheaters".  
 

Wider alle Persiflage

In Erinnerung an den vor 150 Jahren geborenen und zum Mythos der freien Jagd gewordenen Georg Jennewein. "'s Almröserl oder Jenneweins Ende" hieß jenes hochdramatische Wilderstück von Ferdinand Winter, das bis 1921 an 500 Volksbühnen gespielt worden war, das zum Muster jener volkstümlichen Wilderstücke wurde, die bis in die 50er Jahre unseres Jahrhunderts üblich waren und etwa zur selben Zeit wie die "Heimatfilme" allmählich von der Bildfläche verschwanden. Sentimentalität gepaart mit Heimatromantik und Kraftlacklheroismus sind heute verdrängte Kategorien auf den Bühnen, aber mit einem gehörigen Schuss Ironie durchaus etwas, wonach Zuschauer Sehnsucht haben. "'s Almröserl" ist die Probe auf das Exempel der Brauchbarkeit eines "verbrauchten" Genres.  
 „Wer nicht mit ganzem Herzen an dem hängt, worüber er sich lustig macht, schüttet das Kind mit dem Bad aus. Es geht etwas verschüttet, was lediglich eine bewusstere Form braucht, um seine Zeit überleben zu können.“

 

 
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